Wilhelm Achtermann war ein großer Münsteraner. Finden nicht nur der Kiepenkerl und die Kiepenkaline!
Wilhelm Achtermann und Kiepenkaline. Kurze Aufnahme bei der letzten Zeitreise.

Letzte Woche Mittwoch war ich mit´m Kiepenkerl auf Zeitreise. Wir schlenderten gemütlich in den Rieselfeldern, als am Wegesrand so´n Typ saß und sich an nem alten Holz zu schaffen machte. Neugierig fragten wir, was er denn vorhabe.

 

"Ich werde daraus eine Figur schnitzen!", kürte der Mann auf derbsten Platt und stellte sich als Wilhelm Achtermann vor.

 

Da die Sonne brannte und er eine Pause machen wollte, kam er ins erzählen. "Eigentlich bin ich ja nur ein Knecht, ein einfacher Schweinehirte, aber meine Passion ist die Schnitzerei und die Bildhauerei. Da ich nicht lesen und schreiben kann, werde ich aber leider häufig belächelt..." hob Wilhelm Achtermann an und ließ sich dabei seine Wurststulle schmecken. So saßen wir da und erzählten und erzählten bis die Dämmerung hereinbrach und wir uns verabschiedeten.

 

Wieder in der Gegenwart erfuhren wir, dass Ludwig von Vincke sein Talent später entdeckt hatte. Das sollte sein ganzes Leben verändern. Auf einmal hieß es: Vom Bauernhof aus Münster... hin nach Berlin zur Akademie der bildenden Künste!! Und da war er schon ca. 29 Jahre alt! Zu dieser Zeit ein Quantensprung. Es war nicht gerade leicht als einfacher Mann aus der Provinz dort Fuß zu fassen und Akzeptanz zu finden. Doch das gelang ihm bravorös. Einige seiner Arbeiten wären heute noch im Dom zu Münster zu sehen, wäre da nicht der zweite Weltkrieg und die Bombardierung Münsters gewesen. Seine letzte Ruhe fand der Westfale in Rom. Die ewige Stadt am Tiber hatte er sich ausgesucht, um seinen Lebensabend zu verbringen.

 

Wir finden: Ein toller Typ, der jedem viel Mut macht!


Weiter zu Folge 2: Klaus-Otto Nagorsnik